Natur und Landschaft

Besondere Natur in einer jahrhundertealten Kulissenlandschaft

Landgoed De Wiersse ist mehr als Haus, Garten und Park. Rund um den historischen Kern erstrecken sich über 300 Hektar Wald, Wasser, Feuchtwiesen und Ackerland: eine kleinteilige Kulissenlandschaft, die in den Niederlanden ihresgleichen sucht. Was De Wiersse so besonders macht, ist die Verbindung aus jahrhundertelanger sorgfältiger Pflege und außergewöhnlichen natürlichen Bedingungen. Auf kurzer Distanz wechseln sich trocken und nass, sauer und kalkreich ab, und gerade diese Übergänge machen das Landgut so reich an Pflanzen und Tieren.

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Eine Landschaft voller Mikrorelief

De Wiersse liegt auf einer alten Decksandlandschaft. West-östlich ausgerichtete Decksandrücken mit einer schönen Parabelform durchziehen das gesamte Gebiet, dazwischen langgestreckte Senken. Im östlichen Teil sind die Höhenunterschiede am größten, bis zu zwei oder drei Meter auf kurzer Distanz; nach Westen wird das Relief sanfter. Dieses feingliedrige Mikrorelief sorgt dafür, dass hoch und niedrig, trocken und nass ständig wechseln. Innerhalb einer einzigen Parzelle kann die Vegetation daher stark variieren, und genau das macht die Natur hier so vielfältig.

Quellwasser und Kalk: ein seltener Boden

In den Senken von De Wiersse steigt auf natürliche Weise Grundwasser an die Oberfläche. Dieses Quellwasser ist basen- bis kalkreich, eine Seltenheit in der überwiegend sauren Sandlandschaft des Achterhoek. Wo dieses kalkhaltige Wasser die Oberfläche erreicht, entstehen Böden und Standorte, die es sonst kaum noch in den Niederlanden gibt. Die Übergänge von trocken zu nass und von sauer zu basenreich schaffen außergewöhnlich wertvolle Gradienten: über eine Handvoll Meter verändert sich die Vegetation vollständig.

Der Ökologe André Jansen und der Geomorphologe Gilbert Maas erstellten für De Wiersse eine landschaftsökologische Systemanalyse. Sie zeigt, dass vor allem der Nordwesten des Landguts ein außergewöhnlich hohes Potenzial für hochwertige Feuchtnatur besitzt, auch auf regionaler Ebene. Das macht De Wiersse zu einem der aussichtsreichsten Orte für feuchte Magergrünländer in dieser Region.

Die Naturtypen, die wir pflegen

Rund um das Landgut pflegen wir etwa 130 Hektar Wald und Natur sowie mehr als 50 Hektar in landwirtschaftlicher Naturpflege. In den feuchten, kalkreichen Senken liegen Feuchtwiesen und nasse Magergrünländer, stellenweise mit Feuchtheide. Darum herum bilden alte Wälder, Niederwald, Hecken, Alleen und Tümpel ein dichtes und abwechslungsreiches Gefüge. Viele dieser Parzellen sind klein, wodurch die Vielfalt auf kurzer Distanz groß ist.

In den kommenden Jahren erweitern wir die Natur weiter: mehr als 14 Hektar Ackerland werden in neue Natur umgewandelt. Die Provinz hat diese neue Natur bereits in den Naturpflegeplan 2026 aufgenommen.

Die Naturtypen auf De Wiersse, Parzelle für Parzelle. Die Feuchtwiesen und nassen Magergrünländer in den kalkreichen Senken sind am wertvollsten.

Besondere Flora und Fauna

Der Reichtum an Übergängen zeigt sich in einer auffallenden Artenvielfalt. In den Feuchtwiesen blühen Sumpfdotterblume, Sumpf-Schachtelhalm und verschiedene Orchideen, darunter das Große Zweiblatt; in den Wäldern wächst die Breitblättrige Stendelwurz, und entlang der Baakse Beek breitet sich von Natur aus der Königsfarn aus. Auch die Tierwelt ist außergewöhnlich: Hier leben Eidechsen und Kammmolche, Zwergfledermäuse, vier Spechtarten, brütende Eisvögel und Waldschnepfen sowie der seltene Große Schillerfalter.

Dieser Reichtum geht über das hinaus, was sofort auffällt. De Wiersse beherbergt zahlreiche Arten der Roten Liste und sogar Pilze, die nirgendwo sonst in den Niederlanden vorkommen. Es ist der lebendige Beweis für eine Landschaft, die seit Jahrhunderten mit Sorgfalt und Zurückhaltung gepflegt wird.

Jahrhundertelange sorgfältige Pflege

Dass De Wiersse so reich geblieben ist, ist kein Zufall. Seit Jahrhunderten wird hier zurückhaltend und sorgfältig gewirtschaftet. Der 32 Hektar große Landschaftspark wurde nie gepflügt, der Niederwald wird seit Generationen in einem festen Zyklus auf den Stock gesetzt, und auf den landwirtschaftlichen Flächen arbeiten wir teils extensiv, mit Raum für Kräuter, Ackerränder und Hecken. Auch im Wald ist eine integrierte Bewirtschaftung seit Jahrzehnten der Grundsatz, mit einem Gleichgewicht zwischen Landschaft, Ökologie und Holznutzung.

So bleibt die charakteristische Kulissenlandschaft erhalten: offene Feuchtwiesen und Äcker, umsäumt von Gehölzen, Hecken und Alleen, im Wechsel mit Natur. Dieses Gleichgewicht erhalten wir bewusst und stellen es wieder her, wo wir können, damit die besondere Natur von De Wiersse auch für kommende Generationen bewahrt bleibt.